Domgemeinde St. Petrus
Gemeindekirchen Liebfrauen und St. Matthias

Das große Hängekreuz

aus der Nähe betrachtet

Das Kreuz, das über dem Altar in unserer Liebfrauen-Kirche in Eversburg hängt, war ein Teil des Hochaltares unseres Doms, St. Petrus, das von dem Bildhauer Seling 1895-1905 geschaffen worden ist. Auf die Bitte des damaligen Pfarrers der Liebfrauen-Gemeinde Bernhard Beuke hin, beschließt das Domkapitel 1970, das Kreuz als Leihgabe der Pfarrgemeinde Eversburg zur Verfügung zu stellen.
Die bildliche Darstellung der Kreuzigung ist außergewöhnlich und regt zum Nachdenken an .Es macht neugierig. Was könnten die Bilder im Einzelnen und als Ganzes im Betrachter auslösen. Die Kreuzigung Christi steht im Zentrum der Passionsberichte des Neuen Testamentes. Die Heilige Schrift ist uns behilflich, die Darstellung besser zu beschreiben und zu verstehen.

Das oberste Bild: Gott Vater und Heiliger Geist - Taube, stellt zusammen mit dem Gekreuzigten ein Trinitätsmotiv dar. Das Drama des Tode des Menschensohnes im, Zentrum des Kreuzes wird durch Gott Vater und den Heiligen Geist mitgetragen.

Die Bilder links und rechts zeigen zwei weinende Personen als Vertreter des gesamten Kosmos - dargestellt als Sonne und Mond, die bei den Synoptikern als Verfinsterung des Himmels erwähnt worden sind (vgl. Mt 27,45; Mk 15,33; Lk 23-45). Lukas berichtet vom Zerreißen des Tempelvorhanges beim Tod Jesu. Die weinenden Personen stellen die Trauer und das Weinen des Universums über den Tod Jesu dar (Sonne und Mond).

Das untere Bild stellt das Ende des Lebens, den Tod, dar. Auch Jesus hat als Mensch den Tod erlebt. Als Gott aber hat er die Macht des Todes gebrochen. Das Motiv des Bildes – das offene Grab – thematisiert die Wiederauferstehung von den Toten, die im buchstäblichen wie übertragenen Sinne unter dem Kreuzesopfer Jesu geschieht und somit Hoffnung auf die eigene Erlösung gewährt. Das mit floralen Fantasiemotiven gefüllte Bild deutet auch auf die Vergänglichkeit alles Irdischen hin, das durch Motten und Wurm zerstört wird, vgl. Mt 6,19-21.
Es ist bemerkenswert, wie der Künstler in der Schlichtheit der Bilder das Geheimnis Gottes mit seiner Schöpfung - den Menschen – dargestellt hat. Er identifiziert sich auch in der aussichtlosesten Situation des Menschen mit dem Tod. Er zeigt aber, dass er der Herr des Lebens und des Todes ist. Den Tod verwandelt Er in das Leben!

Geheimnis des Glaubens, das trägt!