Domgemeinde St. Petrus
Gemeindekirchen Liebfrauen und St. Matthias

Altarbild

Die Geschichte Gottes

– mit der Schöpfung

– mit den Menschen

Das Bild stellt das Altarbild unserer Kirche dar. Geschaffen hat es Ruth Landmann anläßlich der Umgestaltung und Renovierung unserer Kirche im Jahr 1984. Einige von den dunklen Steinen stammen aus dem Devon, 350 Millionen Jahre alt, mit unterschiedlichen Lebensformen der damaligen Zeit. Aus der Distanz betrachtet erscheint das Kunstwerk sehr befremdlich.
Es lohnt sich aber, das ganze Bild aus der Nähe zu betrachten und anzufassen - ja zu berühren, um auch die Dimension und die Bedeutung des Ganzen zu verinnerlichen.
Folgende Darstellung scheint uns wichtig und hilfreich zu sein.

(Die Anmerkungen stammen von Ruth Kreuzberg, langjährige Reakteurin beim Kirchenboten.)

„Dieses dunkle Urgestein in dem großen Bildwerk steht für die dunkle Welt mit aller Not und Gottferne. Irgendwann, zu einem konkreten Zeitpunkt geschah in dieser Welt der Anfang der Menschheitsgeschichte im ersten Paradies. Ruth Landmann hat ihm die Grundform eines Auges gegeben und dabei an Gott gedacht, der sah, dass alles, was er geschaffen hatte, gut war.“ (Ruth Kreuzberg)

„Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott (-). Alles ist durch das Wort geworden… (-) In ihm war das Leben.“ (vgl. Joh 1,1 – 4).

„Die ersten Menschen (links) im „Paradies“ lebten im Blick Gottes, sie schauten Gott.“ Der Raum des Paradieses ist erfüllt mit Pflanzen und Tieren, aber auch durchzogen von den Kraftströmen des Gottesgeistes, und mittendrin steht auf einer runden Scheibe DAS WORT, Hinweis auf den Sohn Gottes, indem alles geschaffen wurde.“
(Ruth Kreuzberg)

„Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt“. (Joh 1,14a)“

„Die ovale Scheibe über dem ersten Paradies ist die Tür zum Tabernakel … Das Christuskind, das einen Vorhang beiseiteschiebt: Gott tritt aus der Verborgenheit sichtbar in die Geschichte der Menschen ein … Rechts und links vom Tabernakel Trauben und Ähren als Hinweis auf die Eucharistie…
Daneben Maria, die Muttergottes, durch ihr Jawort unlöslich mit der Erlösung und Eucharistie verbunden“. (Ruth Kreuzberg)

Über dem Tabernakel sehen wir das Kreuz mit dem dargestellten Herzen. „Aus seiner geöffneten Seite strömen Blut und Wasser“ (Herz-Jesu-Präfation)

„Die Lebensströme der Erlösung ergießen sich in die dunkle Welt, aber auch aufsteigend in das zweite Paradies, den Himmel, in den das Kreuz hineinragt“.
(Ruth Kreuzberg)

Über dem Kreuz sehen wir den verherrlichten Christus, der uns an das Wesentliche erinnert, worauf es im Leben ankommt: an die Liebe. Wir lesen seine mahnenden Worte vom Jüngsten Gericht „Was ihr dem Geringsten getan habt...“ (Mt 25,40b) Worte, die immer gültig sind!

„Auch das zweite Paradies hat die Form eines Augen – Bild für den Vater-Gott. Der verherrlichte Gott-Mensch Jesus Christus ist von einer fließenden Dreiecksform umgeben. Ruth Landmann deutet sie als Ausdruck der ständigen Bewegung in Gott, der unablässig sich verschenkenden Liebe Gottes. Gott ist nicht starr, er wirkt heute und jetzt zum Heil der Menschen. So dringt auch die zarte hellblaue Farbe, die den zweiten Raum des Paradieses und der Engelwelt beherrscht, bis in die schmalsten Fugen der dunklen Welt vor. Die notvolle Erde ist erlöst, wenn sie auch noch auf die Vollendung wartet.“ (Ruth Kreuzberg)

Wir als Gemeinde freuen uns, so ein Kunstwerk in unserer Kirche zu haben. Noch größere Freude würde uns die Zahl der Menschen bereiten, die in der Kirche vor dem Kunstwerk stehen, es betrachten und die eigene Geschichte mit Gott und der Welt entdecken.
Pfarrer Zbigniew Kadziela